Kleine Chronik der Auer Orgel

vor 1965 – Anfangsjahre

1922 – Kirchweihe

Über die Begleitung des Gemeindegesanges in den Anfangsjahren ist leider nur noch sehr wenig bekannt. Die Aufnahme zum Weihegottesdienst 1922 lässt links neben dem Altar ein Harmonium erahnen.

um 1962 – Orgelharmonium (rechts im Bild)

Ab den 50er Jahren bis Ende 1965 stand vom Blick der Gemeinde aus gesehen rechts neben dem Altar ein sehr seltenes Instrument – ein so genanntes Orgelharmonium mit 2 Manualen & Pedalklaviatur. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus diesen beiden  Instrumenten.
Die Tonerzeugung erfolgte durch schwingende Zungen wie beim Harmonium, jedoch wurde die Windversorgung wie bei einer Orgel durch einen elektrischen Gebläsemotor realisiert. Das wechselseitige Betätigen der beiden Fußpedale zur Windversorgung entfiel somit und es boten sich den Spielern mehr Freiheiten.

An der Rückseite des Instrumentes (der Gemeinde zugewandt), war ein Jalousieschweller angebracht, sodass zusätzlich zum Registrieren die Möglichkeit der Lautstärkeregulierung gegeben war. Später erklang es noch mehrere Jahre im Jugendsaal der Kirche. Der Verbleib dieses Instrumentes ist unbekannt.

Diese Aufnahme stellt eine Rarität dar, denn in allen Unterlagen findet sich kein vergleichbares Bild.

1965 bis 2000

1965 – Bau und Weihe der Pfeifenorgel

Auf Initiative von Bezirksältesten Artur Köhler beauftragte man die Firma Orgelbau A. Schuster & Sohn aus Zittau mit dem Bau einer neuen Pfeifenorgel. Nach zahlreichen Umbauarbeiten im Jahr 1965 im Kirchenschiff wurde als krönender Abschluss das Instrument am 14. November 1965 feierlich durch Bezirksältesten Köhler eingeweiht. Zu diesem besonderen Gottesdienst wurde die Orgel von Priester Manfred Glaß aus Falkenstein gespielt.

*Verschiedene Quellen nennen unterschiedliche Weihedaten. Das oben genannte Datum ist der Festschrift zur 50 Jahr Feier der Kapellenweihe im Jahr 1972 entnommen. 

 

Folgende Disposition wurde erstellt:

Hauptwerk

  Prinzipal 8´

  Harfpommer 8´

  Oktave 4´

  Blockflöte 4´

  Nasat 2 2/3´

  Oktave 2´

  Mixtur 4f

                                                            

Oberwerk (im Schwellkasten)

  Gedackt 8´

  Quintadena 8´

  Prinzipal 4´

  Rohrflöte 4´

  Waldflöte 2´

  Sifflöte 1´

  Sesquialter 2f

  Cimbeln 3f

 

Pedal

  Subbaß 16´

  Prinzipalbaß 8´

  Gedacktbaß 8´

  Choralbaß 2fach 4´+2´

 

Schleiflade, Elektrische Registratur & elektropneumatische Spieltraktur, der elektrische Blasebalg stand im Keller neben dem Jugendsaal

Spielhilfen: Koppeln OB/HW, OB/Ped., HW/Ped, Tutti – Knopf, eine freie Vorbereitung

Bemerkung:  In der damaligen DDR stellte keine Orgelbaufirma Zungenstimmen her. Solche Register wurden im Ausland durch Devisen erworben. Quelle: booklet der CD Schöne Orgeln unserer Kirche Nr. 14

1970er Jahre

Vor dem Schwellkasten des Oberwerkes wurde eine Tafel mit NAK-Emblem angebracht, um beim Blick auf den am Altar dienenden Amtsträger ein ruhigeres und einheitlicheres Bild zu schaffen. Mitte der 1980er Jahre wurde diese Tafel weiß überstrichen. Weitere bauliche Veränderungen blieben in dieser Zeit aus.

1972 – Orgelschmuck

Zum 50. Kirchweihejubiläum wurde auch die Orgel feierlich geschmückt.

Mitte 1990er Jahre – Spieltisch

2000 bis heute

2000 – Umzug und Modernisierung

Mit dem Neubau der Kirche zog auch die Orgel um. Dabei erhielt sie einen weißen und grünen Anstrich, Änderungen in der Disposition, einen neuen Spieltisch mit moderner Technik (u. a. Setzeranlage, Crescendo-Walze, stufenloser Tremulant) sowie kleinere bauliche Anpassungen.

2009 – klangliche Verbesserungen

Zur Verbesserung der Klangfülle, insbesondere der Pedalstimmen, wurden die seitlichen Verkleidungen entfernt und mehrere Register ausgetauscht, darunter ein neues Fagott 16′ im Pedal.

heutige Disposition

Die Orgel ist in bestem Zustand, bereichert Gottesdienste, Chorproben und besondere musikalische Anlässe – und bleibt ein wertvolles Klanginstrument unserer Gemeinde.

 

Heutige Disposition

Hauptwerk

Principal 8´

Rohrflöte 8´

Octave 4´

Gemshorn 4´

Nasat 2 2/3´

Octave 2´

Mixtur 3f

 

Schwellwerk

Gedackt 8´

Quintade 8´

Principal 4´

Rohrflöte 4´

Waldflöte 2´

Sifflöte 1´

Sesquialtera 2f

Scharff 3f

(Tremulant)

 

Pedal

Subbaß 16´

Principalbaß 8´

Gedacktbaß 8´

Fagott 16´

Autor: MM